Symposium "SchmuckDenken"

„SchmuckDenken“ ist der Versuch, darüber zu reflektieren, was Schmuck sei. Es geht um eine interdisziplinäre Annäherung jenseits der einschlägigen Kategorien Handwerk oder Kunst, angewandt oder frei: um die Erkundung, was Schmuck ausmacht – nicht, wie er aussieht. Das Bedürfnis zum Schmücken und Schmuck begleitet als anthropologische Konstante die Menschheit seit Anbeginn. Als bedeutendes Kulturgut wird Schmuck in allen Epochen immer wieder neu interpretiert. SchmuckDenken versammelt für die künstleri­sche Praxis relevante Analysen und Handlungsperspektiven. 

Bisher

SchmuckDenken XI (2017) - Das Material der Kunst

Imagination und virtuelle Welten

Edles Material – Gold, Silber, edle Steine – hat jenseits seines Gebrauchswertes vor allem auch wegen seiner Symbolkraft dauer­haften Bestand. Im Bereich des Schmucks wurde die klassische Materialpalette um viele inhaltlich aufladbare natürliche Materialien und Kunststoffe erweitert. Auch im Schmuck überdauert die Kunst, die alte Meisterin der Fiktion, des utopischen Entwurfs und insofern auch der Virtualität, die Zeit: Ars longa – vita brevis. 

Währenddessen hat sich nicht nur die Physik längst von den tradierten Vorstellungen einer „festen“ Materie in dynamische kosmologische Modelle verabschiedet. Das digitale Zeitalter revolutioniert die Lebensbedingungen und im Besonderen die Sozialbeziehungen der Menschen – wahrscheinlich in höherem Maße als die Erfindung des Buchdrucks am Beginn der Neuzeit.

Virtualität verlangt nicht nach einem Beleg der Echtheit, nicht nach einer realen Korrespondenz von Material, Form und Farbe. Angesichts dieser – durchaus auch omnipräsenten – Szenarien wächst eine Sehnsucht nach der Echtheit des analogen Lebens, nach einer Beständigkeit und Wertigkeit, die sich in der dinglichen und somit sinnlichen Präsenz von hochwertigen, identitätsstiftenden Gütern oder in der Kunst materialisiert.

SchmuckDenken X (2014) - Die Kunst und das gute Leben

Kunst zwischen Muße und sozialer Verantwortung

Der Prozess der Globalisierung aller Lebensbereiche, begleitet von der Zuspitzung wirtschaftlicher und ökologischer Krisen, sich in immer rascherer Folge vollziehende technologische Innovationen, ein kaum noch überschaubares Angebot an Information und Kommunikation  haben bei vielen Menschen - neben einem Gefühl der Überforderung - ein neues Bedürfnis nach Muße und Kontemplation wachsen lassen. Sie werden von vielen Menschen als eine Quelle einer wieder gewonnenen Lebenskunst erachtet. Der kontemplative Lebensentwurf öffnet die Sinne für ästhetische Erfahrung und Kreativität. Für manche ist er zum Tor zu einer neuen Spiritualität geworden.

SchmuckDenken 10 stellt das kontemplative Lebenskonzept auf den Prüfstand. Führt es zum Rückzug ins Private und einer Absage an soziale Verantwortung – oder kann es zur Kraftquelle für Kreativität und Weltzugewandtheit im Sinne einer Auseinandersetzung für eine friedliche, auf Achtsamkeit und Nachhaltigkeit angelegte Politik werden?

SchmuckDenken/ThinkingJewellery

SchmuckDenken/ThinkingJewellery

unterwegs zu einer Theorie des Schmucks
352 Seiten, 16,5 x 24 cm, 110 Abbildungen in Farbe und 230 in Schwarz-weiß. Hardcover. Text in Englisch.
ISBN: 978-3-89790-326-5

„SchmuckDenken“ ist das komprimierte Ergebnis zum gleichnamigen Symposium, das seit 2005 vom Idar-Obersteiner Studiengang Edelstein- und Schmuckdesign der FH Trier und der Stadt Idar-Oberstein gemeinsam veranstaltet wird. Regelmäßig kommen hier mehr als 100 Schmuck-Designer, Studierende und Wissenschaftler aus ganz Europa zusammen. Sie führen einen umfassenden, grenzenlosen Diskurs über die theoretischen Grundlagen des Schmucks anhand wissenschaftlicher Beiträge aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen.

39,80 € + Versand.

Das Buch ist bei der Arnoldschen Verlagsanstalt leider vergriffen.
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