Denise Ebert BFA

Bachelor-Thesis: "Me, My Life and Jewelry - Facetten von Denise Ebert"

Betreuung: Prof. Theo Smeets, Prof. Ute Eitzenhöfer

Slideshow

Zusammenfassung

Das Thema meiner Bachlorarbeit ist Me, My Life and Jewellery – Facetten von Denise Ebert.

Dabei habe ich mich mit vielen Themen, die unter anderen meinen Charakter ausmachen, beschäftigt. Das Thematische Verbindungstück all meiner Themen bin ich und die Herstellung meines Schmuckes bietet mir eine Plattform um mich auszudrücken. Ich habe mir tiefgehende Gedanken über mich, mein Leben und meinen Körper gemacht. Meine Arbeiten sind, genau wie die theoretisch erarbeiteten Themen Identitätsfindung, Sammeln; Souvenirobjekte und Kitsch, Emotionen; Heimat und Kohle, Sinnlichkeit; Sexualität und Körperschmuck, sehr vielseitig. Von bedrückender Melancholie bis hin zur humoristischen Pornographie.        

Im Dialog mit mir selbst habe ich einige Erkenntnisse über meine Identität erlangt, durch die man Rückschlüsse zu einer visuellen gestaltbaren Identität ziehen kann.
Die Identitätsbildung beschreibt, dass sich ein Mensch seines Charakters bzw. seiner Position in der Welt bewusstwird, sie setzt Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis voraus.
Schmuck ist sehr stark mit der Persönlichkeit des Trägers oder Besitzers verflochten und hat ein besonders umfangreiches Spektrum seiner Bedeutungen wie zum Beispiel Selbstdarstellung, Erinnerung, Selbstkommunikation oder Beeinflussung von Stimmungen.

Ich bin eine Sammlerin, also erörterte ich die Themen Sammeln, Souvenir und Kitsch. Die wichtigste Motivation meines Sammeltriebs ist das Bedürfnis mich zu "sichern", feste Werte zu schaffen und möglichst viele Erinnerungen, Wünsche und Sehnsüchte auch noch in der Zukunft zu bewahren. Gerade Souvenirs und Kitsch machen einen Fluchtversuch aus unserer Realität greifbar.
Ich fühle mich von Kitsch angezogen, möchte es besitzen und es inspiriert mich zu künstlerischen Handlungen. Ich sehe Kitsch nicht nur als ästhetisches Phänomen, sondern berücksichtige auch die sozialen und psychischen Aspekte, denn gerade diese ambivalenten Gefühle, die wir haben, wenn wir Kitschobjekte wahrnehmen, machen das Objekt erst interessant.

Des Weiteren habe ich einen Einblick in den Themenbereich Emotionen gebracht und damit verbunden bin ich auf den Begriff von Heimat in Bezug auf das Material Kohle eingegangen. Emotionen nehmen einen umfassenden Bezug auf unsere kognitiven Prozesse, sie verknüpft Gefühle, Triebe, Strebungen und Willensakte.
Auch sie sind identitätsstiftend, vereinigen die Vernunft und die Sinnlichkeit und sind maßgeblich für die Interaktion mit anderen verantwortlich.
Aber die Inspiration ist emotional geprägt und jeder sinnliche Eindruck ist mit Emotion verbunden.
Somit fließen emotionale Faktoren in ästhetische Wahrnehmungen und Prozesse ein.


In Bezug auf das Thema Heimat, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich durch soziale Kontakte und des Aufbauens eines soliden Selbstbewusstseins, in mir selbst zuhause bin.
Damit mache ich mich autonom und frei. Die Kohle ist meine Materialisierung von Heimat.

Auch die Sinnlichkeit und Sexualität sind ein wichtiger Bestandteil meines Wesens. Mit allen Sinnen wahrnehmen und wahrnehmbar sein ist für die Psyche und Seele wichtig, um unsere Umwelt umfassend aufzunehmen, das Lustpotential anzusprechen und sich als kreativer Mensch auch inspirieren zu lassen. Sinnlichkeit bildet mit der Ästhetik und der Schönheit ein begehrenswertes Optimum. Der Drang nach "Originalität”, der Trend zum Neuen, ist genetisch angelegt und hat sich in der Natur, Mode und Kunst durchgesetzt und gehalten.
Das Bedürfnis sich zu Schmücken resultiert aus dem sexuellen Blick. Ich bin ein Mensch der sehr viel von sich preis gibt, auch in meinen künstlerischen Arbeiten. Die Stücke sind nicht Perfekt, aber sie sind durch liebenswerte Details sehr charmant und überzeugen mit ihrer Gesamterscheinung, genauso könnte ich auch mich beschreiben und diese Symbiose machen meine Stücke Authentisch. In jedem Stück steckt ein Teil von mir.