Charlie Sophie Cremer BFA

Bachelor-Thesis: "FUSION OF GLASS AND GEMSTONES"

Betreuung:  Prof. Ute Eitzenhöfer und Prof. Theo Smeets

Slideshow

Zusammenfassung

Anfangs war Glas für mich ein unbekanntes, nebensächliches Material mit dem ich nur äußerst selten in Kontakt gekommen bin. Manchmal nur, wenn es als Ersatz für etwas anderes verwendet wurde. In dem Glasguss Workshop von Rudy Faulkner während der „Summer Academy 2015“ lernte ich Glas als eigenständiges, fast endlos formbares Material kennen, mit unbegrenzten Möglichkeiten in den Bereichen Farbe und Zusammensetzung. Die Ähnlichkeit zu Edelsteinen und die vielfältigen Bearbeitungsmöglichkeiten faszinieren mich.

Der Edelstein ist ein über Jahrhunderte gewachsenes Material, welches bereits eine charakteristische Form angenommen hat. Diese rohen Edelsteine verarbeite ich, ohne sie zu verändern. Ich treffe lediglich die Wahl, welche Edelsteine ich benutze. Glas hingegen ist in dem einen Fall ein Pulver (Glasgießen) und in dem anderen Fall eine zähe honigartige Masse (Glasblasen), dem ich eine Form gebe.

Das Glas umfließt die Edelsteine und ermöglicht es sie an den Körper zu bringen, ohne sie auf die klassische Weise zu fassen. Wenn ich Edelsteine mit Glas verschmelze, gebe ich ihnen einen neuen Ort, um ihre Wirkung zu entfalten. Glas und Edelsteine verbinden sich zu einem Stück, ergänzen und unterstützen sich mit großer Leichtigkeit. Das Licht kann auf vielfältige Weise meine Stücke durchfließen.

Meine Stücke bestehen aus beiden Materialien (Glas & Edelsteine) und treten in unterschiedlichen Varianten auf. Sie basieren auf der gleichen Entstehung. Jede Art von Edelstein hat ihr eigenes Reaktionsverhalten im Zusammenspiel mit dem Glas. Deshalb war es mir besonders wichtig in meiner theoretischen Recherche die chemischen Prozesse zu dokumentieren und nachzuvollziehen, um meine Ergebnisse, Gemeinsamkeiten und Muster weit möglichst zu kontrollieren, reproduzieren zu können und neue Möglichkeiten entstehen zu lassen.

Es gibt immer wieder Abweichungen von den erwarteten Reaktionen, die sich zwar bis zu einem gewissen Grad reproduzieren, aber bisher noch nicht erklären lassen. Ich arbeite stetig an den Rahmenbedingungen der einzelnen Techniken, um ein verbessertes Ergebnis zu erlangen und meine Stücke weiterzuentwickeln.

Es ist ein fesselnder Prozess, den ich mit Begeisterung intensiv weiter verfolgen werde.