Julia Obermaier BFA

Bachelor-Thesis: "(SUR)FACE THE SPACE"

Betreuung: Prof. Theo Smeets, Prof. Ute Eitzenhöfer

Slideshow

Zusammenfassung

Für mich persönlich ist das Thema Raum von großer Wichtigkeit. Es bezieht sich auf meinen Wohnraum, Arbeitsraum, die Distanz zwischen Personen oder zwischen der Welt und mir. Wird die Grenze einer meiner Räume unerlaubt durch Dritte überschritten, löst dies in mir ein starkes Unwohlsein aus. Meine Räume sind mir äußerst wichtig, deshalb möchte ich sie schützen. Doch im täglichen Leben ist es nicht immer möglich, das direkte Umfeld und die persönlichen Räume durchgehend so zu gestalten wie man es möchte. Der Grund dafür ist, dass unsere Außenwelt immer in Beziehung mit anderen Menschen und Gegebenheiten steht. Aus diesem Antrieb heraus, zerteile ich in meiner Arbeit im Schmuck, den Achat und Bergkristall in Scheiben, um neue Körper aufzubauen. Meine Stücke haben für mich eine Containerfunktion:  Sie sind Behälter, Räume, kleine Boxen und Höhlen. Die einen sollen Platz geben, um Erinnerungen, Empfindungen oder Gefühle aufzunehmen. In ihrem Inneren sind sie hohl, bilden einen leeren Raum mit Winkeln, Ecken. Es entsteht ein Freiraum, der von jedem persönlich aufgeladen werden kann. Bei anderen gestaltet sich das Innere nicht durch die Immaterialität der Assoziationen des Trägers als auch des Betrachters, sondern ich gestalte das Material mittels Gravuren. Ähnlich wie bei der Oberflächen-behandlung bei Peter Zumthor geht es mir darum, dass die Oberflächen mit dem Material und dem gebauten Körper zusammengehen. Auch wenn ich in das Material eingreife, ist es trotzdem so, dass jeder einzelne Träger oder Betrachter diese Gravuren bzw. Einschlüsse anders interpretiert und sie unterschiedliche Empfindung und Reaktion auslösen können. Grundsätzlich sehe ich meine Arbeit als Schutzcontainer für die innersten Emotionen der Träger und Betrachter. So wie wir ein Teil in den großen gelebten Räumen um uns herum sind, sehe ich meine Arbeiten als Teil von uns bzw. als eine verkleinerte Kopie des Menschen. Sie besitzen genau so einen Innenraum, der Platz für unsere innere Ordnung gibt. Der Außenraum, der  für uns Menschen eigentlich jedoch nicht immer beeinflussbar und steuerbar ist, kann bei meinen Arbeiten geschützt werden. Man trägt sie am Körper und kann entscheiden, wer sie von nahem begutachten oder sogar berühren darf und wer nicht. Sie sind eine Art zweite Haut, ein Beschützer der Seele vor der Außenwelt. Ich möchte, dass meine Stücke ein wohliges Gefühl beim Träger auslösen und Ruhe auf ihn ausstrahlen. Mit dem Gefühl sein Inneres zu beschützen und dadurch gestärkt zu sein, kann der Träger dem Wahnsinn der Schnelllebigkeit in dieser Welt gegenübertreten.