Christina Erlacher BFA

Bachelor-Thesis: "SPIELTRIEB"

Betreuung: Prof. Theo Smeets, Prof. Ute Eitzenhöfer

Slideshow

Zusammenfassung

"Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."

Jedem Menschen ist die Neugier und die Lust zum Spielen angeboren. Das Bedürfnis zu spielen gehört zu unserer menschlichen Entwicklung. Spiele gibt es in verschiedensten Varianten in allen Völkern und Epochen. An Kindern lässt sich dieses Verlangen besonders gut beobachten. Einen großen Teil unserer Zeit verbringen wir mit Spielen. Es scheint als würde eine innere Spannung bzw. Motivation Kinder immer weiter zum Spielen in jeglichen Situationen und sozialen Kontexten animieren. Spielen ist wichtig für unsere Entwicklung und hilft uns, unsere eigene Welt begreifbar zu machen.

Der Spieltrieb ermöglicht es uns schon früh, durch Versuch und Irrtum, Fähigkeiten und Kenntnisse herauszubilden, welche uns ein Leben lang prägen. Das Spielen ist immer mit Lustempfindungen verbunden und trägt viel zur Entwicklung und Erhaltung des Selbstgefühls des Menschen bei. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Spieltrieb ist mir klar geworden wie wichtig das Spielen in unserem Leben ist. Es ist nicht einfach sich fallen zu lassen und sich dem Spielen hinzugeben. Gerade am Anfang hatte ich gewisse Hemmungen mich frei mit den Materialien auseinanderzusetzen. Ein entscheidendes Erlebnis diesbezüglich war als ich Spielzeug auf meinen Werktisch verteilte und versuchte diese mit Stein zu kombinieren. Viele meiner Kommilitonen kamen an meinen Platz und spielten sofort mit meinen Materialien. Sie taten es ohne jeglichen Zwang in einem Umfeld, in welchem man sich normalerweise ziert, die Arbeit der anderen anzufassen. Von da an fiel es mir leichter, meine Ideen in Form von Schmuck umzusetzen. Für meine Arbeit war es auch wichtig bestehende Spielzeuge bzw. Spielfiguren zu zerteilen und neu mit Stein zu kombinieren. Besonders das zerlegen und neu erschaffen von Objekten wurde für mich zu einem zentralen Element in meiner Arbeit. Durch die Kombination von Tierfiguren mit Stein und dem amorphen Material Heißkleber entstanden interessante, seltsame sowie zu einem gewissen Grad irritierende Objekte.

Meine Werke lassen viel Interpretationsspielraum zu und haben natürlich auch eine gewalttätige Seite, die ich jedoch mit Humor sehe. Die bestehenden Dinge werden zwar oft in einer scheinbar brutaler Art und Weise zerlegt und zerstört, aber auch wieder neu zusammengefügt und so entstehen interessante, sowie lustige Sachen. Solche Vorgänge können zur einer Bewusstseinsveränderung führen und bietet zudem die Möglichkeit seinen Schaffensdrang ausleben zu können. Objekte aus leblosem Material bekommen durch meine Kreation und Fantasie Leben eingehaucht. Die Vertiefung in die Materie des Spielens hat meine Stücke erheblich beeinflusst. Das Spielen an sich ist ein unglaublich wichtiges Element in unserer Gesellschaft und hilft mir bei dem kreieren von neuen Stücken. Die Schaffensphase meiner Arbeiten war ein sich ständig ändernder Prozess und ich habe gelernt damit flexibel umzugehen. Ich habe schnell eine Bindung zu meinen Materialien aufbauen können. Die Tiere und Steine sind schon von Natur aus schön und faszinierend, dennoch habe ich für mich eine Strategie entwickeln können, neue verblüffende Kombinationen zu schaffen, die mir sehr viel Spaß machen. Die Reaktionen auf meine Stücke sind bis jetzt genauso wie ich sie mir erhofft habe. Die Betrachter fangen an zu schmunzeln, wollen sie anfassen und können für einen kurzen Moment den Ernst des Alltags entfliehen, was mich glücklich macht. Für mich war es wichtig den Stücken bestimmte Titel zu geben. Dadurch will ich nicht alles vorweg nehmen aber dem Betrachter einen Einblick in meine Fantasiewelt ermöglichen.

Durch meine Bachelorarbeit habe ich einen künstlerischen Weg für mich herausarbeiten können, welcher mir Spaß macht und meinen Charakter widerspiegelt.