Vom 19. bis 27. September 2026 findet in Lissabon die 3rd Lisbon Jewellery Biennial unter dem Titel „Coexistences / Coexistências“ statt. Die Biennale widmet sich unterschiedlichen Formen des Zusammenlebens und versammelt zeitgenössische Schmuckkunst an zahlreichen Orten der portugiesischen Hauptstadt.
Auch der Campus Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier ist in vielfältiger Weise an der diesjährigen Biennale beteiligt. Neben mehreren Gruppenausstellungen mit Studierenden und Absolvent des Campus sind einzelne Arbeiten in internationalen Ausstellungsprojekten vertreten. Die Beteiligungen zeigen zugleich die unterschiedlichen Wege, die aus dem Studium in die internationale Schmuckkunst führen.
Die iranische Studierenden- und Absolvent*innengruppe „A Shared Silence“ präsentiert Arbeiten, die sich zwischen Erinnerung und Gegenwart, Nähe und Distanz, Hoffnung und Verzweiflung bewegen. Der Schmuck wird dabei zu einem Raum der Reflexion und zu einer Möglichkeit, dem Form zu geben, was nicht ausgesprochen werden kann.
Beteiligt sind Bahareh Arian, Farnoosh Abdoli, Mana Jahangard, Nioosha Vaezzadeh, Pegah Vedad, Rezvan Hajian, Sara Heidary, Shahin Sahafipour, Sharareh Aghaei und Vesal Bahmani Nik. Die Ausstellung findet in der Igreja São Domingos statt.
Die Ausstellung „Shared Grounds – Contemporary Jewellery from Austria“ bringt 18 österreichische Schmuckkünstler*innen verschiedener Generationen zusammen. Mit Stina Bross, Nikolaus F. Egger, Iris Hummer, Stephie Morawetz, Ulrich Reithofer und Miriam Strake sind sechs mit dem Campus verbundene Künstler beteiligt.
Die Ausstellung untersucht die Verbindung von Tradition und Rebellion innerhalb der österreichischen Schmuckkunst und zeigt, wie zeitgenössische Positionen mit Kunstgeschichte, Design, Industrie und Popkultur umgehen. Kuratiert wurde die Ausstellung von Iris Hummer.
„Shared Grounds“ ist im Klein Space zu sehen.
STUCK
Ana Bellagamba und Sandra Hartmann, Absolventinnen des Campus Edelstein und Schmuck, präsentieren zusammen mit dem ehemaligen Studenten Caio Mahin„STUCK“, eine gemeinsame Ausstellung in der Igreja de Nossa Senhora da Conceição Velha.
Ausgangspunkt sind Arbeiten, die im künstlerischen Prozess an einen Punkt des Stillstands geraten sind – technisch, konzeptionell oder aufgrund von Entscheidungsprozessen. Die drei Künstler*innen führen diese unterbrochenen Arbeiten zusammen und machen den Zustand des „Steckenbleibens“ zum Ausgangspunkt für Dialog und Zusammenarbeit. Unfertigkeit und Unsicherheit werden dabei nicht als Scheitern verstanden, sondern als offene Zustände, aus denen neue Beziehungen und Möglichkeiten entstehen können. Damit verbindet „STUCK“ individuelle künstlerische Praxis mit dem zentralen Gedanken der Biennale: der Suche nach Formen des Zusammenlebens und der Koexistenz.
Ana Bellagamba ist darüber hinaus gemeinsam mit Alice Lobato und JP Vellaco an der Ausstellung „Crossing“ beteiligt. Drei Schmuckkünstler*innen aus São Paulo, Idar-Oberstein und Rio de Janeiro untersuchen darin Räume des Zusammenlebens zwischen Schichten, Körpern, Bildern und Vorstellungen. Überlagerte, halbtransparente Bilder und Nähte werden dabei zu Gesten von Verbindung, Begrenzung und Spannung.
ASTONISH Collective: Partycals
Auch das ASTONISH Kollectiv ist mit einer Ausstellung bei der Biennale vertreten. Die Gruppe feiert 2026 ihr zehnjähriges Bestehen und präsentiert in der Igreja da Madalena das Projekt „Partycals“.
Zum Kollectiv gehören mit Gina Nadine Müller, Iris Hummer, Julia Obermaier, Sharareh Aghaei, Stephie Morawetz und Pei Wu ausschließlich Künstlerinnen, die Absolventinnen des Campus Edelstein und Schmuck sind. Über zehn Jahre hinweg hat sich das Kollektiv als Plattform für künstlerischen Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung entwickelt.
„Coexistences / Coexistências – Jewellery and the World’s Beauty“
Auch die aktuelle Masterstudentin Maryam Akbarpour ist Teil der Biennale. Ihre Arbeit „Flew with Me“ (2026) wird im Rahmen der Ausstellung „Coexistences / Coexistências – Jewellery and the World’s Beauty“ im MUDE – Museu do Design präsentiert.
Die von Patrícia Domingues, selbst Absolventin des Campus Edelstein und Schmuck, und Marta Costa Reis kuratierte Ausstellung versammelt internationale Positionen zeitgenössischer Schmuckkunst. Akbarpours Arbeit beschäftigt sich mit der intimen Beziehung zwischen Schmuck und Körper. Das Objekt ist nicht nur zum Betrachten gedacht, sondern als etwas, das den Körper berührt, umschließt und ihm nah bleibt. Dabei verbindet die Arbeit Fragen von Zugehörigkeit und Veränderung mit Körper, Erinnerung und persönlicher Erfahrung.
Typhaine Le Monnier: Playtime
Einen weiteren Höhepunkt der Campus-Beteiligungen bildet die Präsentation von „Playtime“, der ersten Monografie der Künstlerin Typhaine Le Monnier. Die Publikation, erschienen bei Arnoldsche, dokumentiert Le Monniers künstlerische Praxis an der Schnittstelle von zeitgenössischem Schmuck und skulpturalen Objekten. Im Mittelpunkt steht ein spielerischer, experimenteller Arbeitsprozess, der nicht nur das fertige Werk, sondern auch das Entstehen und Erproben selbst sichtbar macht.
Die Buchpräsentation findet am 26. September 2026 um 14:30 Uhr im Auditorium der Bibliothek der Sociedade Nacional de Belas-Artes statt. Im anschließenden Gespräch sprechen Typhaine Le Monnier, die Künstlerin, Autorin, Forscherin und Kuratorin Cristina Filipe, Professor für Edelstein und Schmuck an der Hochschule Trier Theo Smeets, sowie Dirk Allgaier, Geschäftsführer des Arnoldsche Art Publishers, über „Playtime“ und Le Monniers künstlerische Arbeit.
Dissidences
Mit „Dissidences“ ist außerdem Ignasi Cavaller gemeinsam mit Jordi Aparicio und Valentim Quaresma vertreten. Die Ausstellung im Museu do Aljube verbindet drei unterschiedliche, nonkonforme künstlerische Sprachen und untersucht Schmuck als Ausdruck von Widerspruch und Dissidenz.
Einblicke in die internationale Vernetzung des Campus
Die zahlreichen Beteiligungen bei der 3rd Lisbon Jewellery Biennial verdeutlichen die internationale Vernetzung des Campus Edelstein und Schmuck und seiner Studierenden und Absolvent*innen. In unterschiedlichen Konstellationen treffen dabei persönliche, politische, gesellschaftliche und materialbezogene Fragestellungen aufeinander.
Von kollektiven Projekten wie „A Shared Silence“, „STUCK“ und „Partycals“ über internationale Gruppenausstellungen wie „Shared Grounds“ bis hin zu Maryam Akbarpours Beteiligung an einer großen internationalen Ausstellung und der Buchpräsentation von Typhaine Le Monnier zeigen die Beiträge unterschiedliche Wege und Formen zeitgenössischer Schmuckpraxis.
Die 3rd Lisbon Jewellery Biennial bietet damit nicht nur eine Plattform für aktuelle Schmuckkunst, sondern auch einen Ort für Austausch, Zusammenarbeit und internationale Vernetzung – und macht sichtbar, wie vielfältig die künstlerischen Wege sind, die mit dem Campus Edelstein und Schmuck verbunden sind.
3rd Lisbon Jewellery Biennial
19.–27. September 2026
Verschiedene Ausstellungsorte in Lissabon, Portugal
Thema: „Coexistences / Coexistências“
Informationen zu den Ausstellungen, Events und Masterclasses finden Sie auf der Webseite der Biennale. Dort finden Sie auch das parallele Begleitprogramm.
Sie verlassen die offizielle Website der Hochschule Trier