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Edelstein und Schmuck

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Standardverweise

Daniela Schwaag (Dipl.Des.)

Diplomthema: "Intuition"

Betreuung: Prof. Theo Smeets & Prof. Lothar Brügel

Fotos des praktischen Teils der Diplomarbeit

Auszug aus dem theoretischen Teil der Diplomarbeit

…Intuition

Definition: Intuition (lat.:intueri= betrachten, erwägen)
ist subjektiv, basiert auf Vertrauen in die eigenen Wahrnehmungen, Empfindungen und inneren Impulse und kann selten in allen Aspekten rational nachvollzogen werden. Intuition ist eine Erkenntnis, die nicht durch langes Nachdenken gewonnen wird, sondern wie ein Geistesblitz spontan in unsere Gedanken einschlägt und die man als „weise“ betrachten könnte. Ist die Intuition bei Frauen ausgeprägter als bei Männern?
Die weibliche Intuition besagt, das Frauen Gefühle anderer Menschen schneller lesen können und das ihr Gehirn von Geburt an auf Einfühlungsvermögen geeicht ist, während das Gehirn der Männer eher systematisch denkt.
Somit wurde von Aristoteles auch die Rationalität als Charaktereigenschaft den Männern zugeschrieben. Frauen hingegen bezeichnete er als irrational, also der menschlichen Vernunft widersprechend oder sich dieser entziehen.
Ich habe schon als Kind versucht dagegen anzukämpfen, wenn mein Vater mir diese Art von Vernunft anerziehen wollte. Oft habe ich zuhören bekommen, dass sei unvernünftig, wenn es darum ging Dinge auszuprobieren, in seiner Werkstatt zu experimentieren, von denen er im voraus wusste, dass es nicht funktioniert.
All diese Dinge, die man als Kind liebt. Hab dann oft diese Freiheit bei Freunden ausgekostet. Für mich bedeutet Vernunft nur Gewohntes zuzulassen.
Nicht frei sein. Dies wird mit ein Grund sein, weshalb ich intuitiv arbeite!
Das Umlegen, Verwerfen, Zusammenlegen von Formen, während des Arbeitsprozesses plötzlich etwas zu entdecken und es zuzulassen ist ein großer Teil der meine Arbeit ausmacht.
Ich setze mich an den Werktisch und beginne zu arbeiten. Auf den Spuren meines Ursprungs…. Mich interessieren die Menschen in meiner Umgebung.
Es entstehen ovale Formen – das Weibliche.
Die Perle und das Ei – Symbol des Ursprungs und des werdenden Lebens.
Ich beobachte den Körper, wie Menschen sich bewegen, wie deren Körpersprache mich anspricht. Ovale bilden eine kompositorische Einheit. Ich lasse sie entstehen und füge sie zusammen.  Vieles geschieht unbewusst. Oft kann ich erst über meine Arbeiten reden, wenn ich einen gewissen Abstand zu ihnen habe.
Oft habe ich Fragen zu meinem Schmuck, die ich erstmal nicht beantworten kann. Mit der Zeit finden sich Antworten.
Nach Gefühl entscheide ich welche einzelnen Stücke zusammen passen.
Man bekommt während des Arbeitens oft etwas geschenkt.
Intuition hilft dabei, es anzunehmen und was Neues damit zu machen. Mein Gefühl begleitet mich auf dem Weg bis zum Fertigstellen meines Schmuckstücks.


Weiter Gedanken & Gefühle…

26.11.2007
Ich kann nicht einmal ich selbst sein, kann auch nicht genau wissen, was ich genau bin. Ich muss etwas Klares, Stabiles, Ruhiges in mir selbst finden.
Ich kann nicht arbeiten, weil ich nicht die Seelenruhe habe, mich meinem Text zuzuwenden, über mich, meine Arbeit zu schreiben.
Mir scheint einfach das „Persönliche“ im Schmuckmachen, wenn es einem rechten inneren Drang entspringt, die wertvollste Eigenschaft zu sein und das, was ich unbedingt in mir und für mich finden möchte.
Ich schwanke zwischen dem Versuch, etwas aus der Verwirrung zu machen oder es einfach dabei bewenden zu belassen… nach allem und nichts zu greifen, mich selbst zu finden… Ich kann den Arbeitsantrieb aber nicht lange genug aufrechterhalten, um zu irgendeiner Lösung zu gelangen. Vielleicht liegt mir auch nicht genug daran, um zumindest den Versuch zu unternehmen. Doch was sollte ich sonst machen? Ich lese und mache mir Gedanken und alles bewegt sich im Kreis… Was treibt uns zur Arbeit?
Eine Art von Anerkennung, die wir uns selbst vielleicht nicht geben können?
Bei mir ist es oft so, dass ich mit der Idee, mit mir selbst oder mit dem, was ich gerade mache nicht mehr weiter weiß. Das Machen einfach fortsetzten? Nicht darüber nachdenken? Woher kommt das, was man macht?
Wohin wird es gehen? Die Quelle meiner evolutionären Kreativität ist mir unbekannt. Vielleicht handelt es sich um einen Zufall, etwas was mir „zufällt“,
vielleicht um den Ausdruck irgendeiner im Geist und in der Natur angesiedelten Kreativität. Was ich aufschnappe, wenn ich aus dem Haus gehe,
wenn ich in den Himmel schaue, wenn mir Menschen begegnen, wenn ich am Werktisch sitze… Passiert es dann dort?
Verarbeite ich dann diese „Quelle“? Da „fällt“ mir was „zu“ oder „ein“.
Damit es einfallen kann muss man „leer“ sein. Frei von Gedanken, die einen beängstigen oder belasten. Wenn ich leer beziehungsweise frei bin können meine Gedanken schweifen und meine Arbeit entwickelt sich. Eine stille Energie zwischen mir und dem einzelnen Stück des Schmuckstücks. Vielleicht spüren die die mich kennen es auch. Das was wir tun hat mit Berührung und Emotion zu tun.
Wir drücken es doch im Schmuck aus?! Wären wir taub, könnten wir das Gesagte spüren/fühlen. Etwas was man geheim nennen kann?
Oder Telepathie? Intuition ist diese Art von Wahrnehmung von Vorgängen über weitere Entfernungen und Übertragung von Gedanken ohne Hilfe der Sinnesorgane,
mit einem unbekannten Feld, in dem soviel versteckt ist.
Eine Lagerstelle woraus man schöpfen kann und man immer etwas findet.
Es gibt so viele Möglichkeiten. Ich höre nie auf mit dem Schmuckmachen. Wie würde die eine Variante nächsten Monat ausschauen, die andere nächstes Jahr?
Ich drücke meine Gefühle aus, indem ich Schmuck mache und nicht, indem ich über sie spreche. Ich habe nie die Intention meinen Schmuck dekorieren zu müssen.
Mein Körper oder meine Kleidung wird vom Schmuck „dekoriert“. Das bleibt für mich schlicht in Form, Farbe und Material. Ich entdecke Schichten im Perlmutt.
Ich bringe sie ans Tageslicht, gebe ihnen eine Form. Einige meiner Broschen sind geschichtet. Die Schicht des Perlmutts bildet eine Einheit mit dem emaillierten Kupferblech, wo ich in manchen Stücken das Email mehrmals übereinander aufgetragen habe.
In den Ketten erzeuge ich diese Dimension durch Wölben des Bleches,
womit ich die ursprüngliche Wölbung der Perlmuttschale wieder aufnehme.
Das elfenbeinfarbene Email verändert seine Farbe nach dem Löten. Es entstehen viele Farbnuancen. Diese Farbpalette des Emails, der Ton und Schimmer des Perlmutts, die Farbe des Holzes und des Goldes sind warme Töne und die der Natur.

In den letzten sechs Monaten bin ich zusammen mit meinem Schmuck weiter gewachsen. Wir hatten eine wunderschöne, intensive, gemeinsame Zeit, mit ihren Höhen und Tiefen.
Mein Gefühl hat mich begleitet bis zum Fertigstellen eines jeden Schmuckstücks.
Ich habe die Zeit intensiv genutzt, um mehr über mich und mein Schmuckmachen zu erfahren.

Semesterarbeiten

Untenstehend finden Sie eine Auswahl an Arbeiten entstanden während des Studiums

7. Semester (ss '07)

Projektsemester

6. Semester (ws '06/'07)

ohne Titel
Mama 1
Mama 2

5. Semester (ss '06)

Workshop in Turnov

 

Auslandssemester an der Escola Masana in Barcelona, Spanien
bei Prof. Ramon Puig Cajas. Arbeiten zu den Themen: "Reliquiar" und "Precioso"

4. Semester (ws 04)

Semesterthema "Fuge"

3. Semester (ss '05)

Thema "Heimat"

2. Semester (ws '04/'05)

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23. August 2013