Fachbereich BLV
Gebäude-, Versorgungs- und Energietechnik

Projekt 11

Untersuchung einer Abfalldeponie als Emissionsflächenquelle in Bezug auf Geruchsemissionen

Auftraggeber: Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Umweltschutztechnik e.V., Trier

Ziel der Untersuchung war es, eine Siedlungsabfalldeponie in Bezug auf die Ge-ruchsemissionen qualitativ und quantitativ zu untersuchen.
Zu diesem Zweck wurde auf der Zentraldeponie Mertesdorf des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft im Raum Trier (A.R.T.) ein Versuchsfeld ausgewählt, auf dem Bodenluft mit einer Absaugeinrichtung aus dem Deponiekörper gesaugt wurde (entsprechend VDI 3881, Blatt 2, Entwurf).
Die so gewonnenen Gasproben wurden im  Labor der Fachhochschule in Trier olfaktometrisch ausgewertet, wobei nur die Geruchsschwelle der Gasproben mit drei Probanden ermittelt wurde (entsprechend VDI 3881, Blatt 1). Für die Untersuchungen wurde auf dem Deponieabschnitt 1 (DA 1) der Deponie Mertesdorf ein Raster mit Rastermaß 15 Meter und 8 x 6 = 48 Rasterpunkten auf das Versuchsfeld gelegt. Von jedem Rasterpunkt wurde mit der Versuchseinrichtung eine Gasprobe gezogen und olfaktometrisch ausgewertet. Im Verlauf der Untersuchungen wurde die gesamte Versuchsfläche fünfmal untersucht. Die Untersuchungen fanden in der Zeit vom 28.02.1994 bis zum 21.03.1994 statt

Für die Aufzeichnung der Wetterdaten wurde die fachhochschuleigene Wetterstation am Deponieabschnitt 1 herangezogen.

Die nach der olfaktometrische Auswertung erhaltenen Ergebnisse sind wie folgt zu bewerten. Es ließ durch die Auswertung erkennen, daß die Geruchsemissionen auf einer westlich gelegenen, mit Klärschlamm abgedeckten Fläche niedriger sind, als auf der östlichen, unbedeckten Fläche.
Unter Betrachtung der Geruchsschwelle von unverdünntem Deponiegas (ca. 1.000.000 GE/m3) ist die ermittelte mittlere Geruchsschwelle auf dem Ver-suchsfeld von 18 GE/m3 als sehr niedrig anzusehen. Dies  läßt darauf schlie-ßen, daß in der oberen aeroben Müllschicht durch den Biofiltereffekt die Ge-ruchsstoffe weitgehend abgebaut werden.  Durch das Abtragen einer Müllschicht auf der östlich gelegenen Teilfläche wurde der Biofilter zum  Teil zerstört. Da mit den Untersuchungen nur ca. 1 Woche nach dem Abtragen begonnen wurde, konnte sich der Biofilter noch nicht wieder in seiner vollen Stärke ausbilden. Auch hierauf sind die höheren Geruchsemissionen auf der östlichen Teilfläche zurückzuführen. Eine eindeutige Beziehung zwischen der Wettersituation und den Geruchs-emissionen konnte bei diesen Untersuchungen leider nicht festgestellt werden. Zu diesem Zweck sollten weitere Untersuchungen auf einer speziell dafür fest-gelegten (kleineren) Fläche mit fest installierten Probenahmeeinrichtungen durchgeführt werden.

Besonders hervorzuheben ist bei diesem Forschungsvorhaben, daß es  ausschließlich durch Spenden des Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Umweltschutztechnik e.V., Trier finanziert wurde.

Norberth Kloos, January 23, 2012