Fachbereich Gestaltung
23.11.13 12:56 Alter: 3 Jahre

Konturen der Designgesellschaft - Implikationen aus den Debatten um die „Next Society“ und um „Design Thinking“

Von: Selâle Franger

Vortrag und Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Roger Häußling, RWTH Aachen Am Montag, den 25.11.2013 um 19 Uhr in der Aula des Fachbereichs Gestaltung am Paulusplatz 4 in Trier

zum Vortrag von Prof. Dr. Roger Häußling
Design sorgt für die Anschlussfähigkeit von Heterogenem, indem es beispielsweise technische Prozesse über Displays, Schalter und Regler an menschliche Handlungsvollzüge und darüber an soziale Prozesse ankoppelt. Formal betrachtet, verpackt das Design spezifische Zielsetzungen, Bedeutungen, Strukturen und Prozesse derart, dass es für das jeweilig relevante Umfeld attraktiv werden soll, auf diese designten Ankopplungs- und Ordnungsangebote einzugehen. Dabei ist Design nicht nur der entscheidende Gradmesser des (sozialen) Erfolgs technischer Innovationen. Es wird - wie die „design thinking“-Debatte zeigt - zur Lösungsoption der Gegenwartsgesellschaft schlechthin, da deren zentrale Kennzeichen - gemäß dem Konzept der „next society“ - ein hoher Komplexitätsgrad, eine wachsende Pluralität und Heterogenität ihrer Prozesse und Elemente sowie eine Verdichtung der damit verbundenen wechselseitigen Einflussnahmen sind. Selbst die Identitäten (Akteure, Gruppen, Organisationen, Institutionen) müssen in einer derartigen Gesellschaft als Produkte wechselseitiger Designprozesse aufgefasst werden. Der Designbegriff avanciert somit zu einem Schlüsselbegriff für das Verständnis der Gegenwartsgesellschaft.

zum Podium – „Perspektiven für den Kreativ- und Designstandort Trier“
In dem sich anschliessenden Podiumsgespräch geht der an der RWTH Aachen in Lehre und Forschung tätige Sozialwissenschaftler zusammen mit dem Hyper- und Socialmedia-Experten Marcus Haberkorn, Intermedia Design, Hochschule Trier, dem Industrie- und Produktdesigern Prof. em. Frank Sander, Trier sowie mit Dr. Thomas Simon, IT-Haus Föhren und Vorsitzender des Medien- und IT-Netzwerks Trier-Luxemburg e.V. der Frage nach, ob und inwieweit ein weiter gefasstes Designverständnis für den Kreativ- und Designstandort Trier produktiv gemacht werden kann. In diesem Zusammenhang wächst dem mit sechs Fachrichtungen breit aufgestellten Campus für Gestaltung, der sich – inter- und transdisziplinär – nach vielen Seiten anschlussfähig präsentiert, eine wichtige Rolle zu. Prof. Franz Kluge, Dekan des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Trier moderiert das Gespräch.

zu Prof. Dr. Roger Häußling
Roger Häußling, Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie mit dem Schwerpunkt Technik- und Organisationssoziologie an der RWTH Aachen University, Promotion (2001) und Habilitation (2007) an der Universität Karlsruhe (TH), Doppelstudium des Wirtschaftsingenieurwesens und der Soziologie in Mannheim, Siegen und Karlsruhe. Von 2002 bis 2003 Stipendiat der Akademie Solitude und der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg. Von 2007 bis 2009 Vertretung der Professur für Designtheorie an der Hochschule Pforzheim, Senior Research Fellow an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Arbeitsgebiete: Designtheorie, Innovationsforschung, Netzwerkforschung, Technik- und Organisationssoziologie.


22. Mai 2015